Der Streuner


Der Streunerhund an sich ist grundsätzlich ein Hund wie jeder andere auch, obgleich vielfach gesagt wird - was auch unsere Meinung ist - das es kaum Hunde mit gesünderem Sozialverhalten gibt als die Streunerhunde.
 
Die Bezeichnung Streunerhund ist jedoch grundsätzlich nicht korrekt. Ein Streuner ist mehr ein Vagabund, ein anscheinend ziel- und planlos herumziehendes Wesen. Das ist der Streunerhund nicht.
 
Die Bezeichnung Straßenhund wäre dieser Spezies gerechter. Die Streuner in den Städten haben kaum eine Möglichkeit, herumzustreunen. Die Reviergrenzen sind durch die Vielzahl der Hunde so eng gezogen, das ein Hund eigentlich gerademal 50 m in die eine und 50 m in die andere Richtung laufen kann, da er sodann an die Reviergrenze eines anderen stößt. Böse und oft blutige Revierkämpfe können daraus resultieren.
 
Kommt ein solcher Streuner nun in ein neues Heim, sei es in Deutschland, Österreich oder wo auch immer, so versucht er, die Möglichkeiten vorausgesetzt, SEIN Revier neu abzustecken. Das kann, wenn ihm genügend Freilauf gewährt wird, riesig werden, da er seine Grenze erst dort erkennt, wo ein anderer Hund lebt.
 
Die Streunerhunde sind eine ganz besonders liebenswerte Spezies, die immer wieder auf´s Neue beweisen, das sie die Nähe des Menschen suchen und ohne den Menschen nicht sein wollen. Viele Streuner aber geben auch nach der Vermittlung eine gewisse Eigenständigkeit niemals auf und machen einfach was sie wollen. Das ist vom Hund keineswegs böse gemeint und hat auch nichts mit Ungehorsam zu tun, es liegt in der Natur dieser Hunde.
 
Diese Hunde haben eine besondere Art der Bindung zum Menschen. Sie liegen dem Menschen oftmals nicht so sprichwörtlich "hündisch" zu Füssen, wie der gewohnte Rassehund, sondern sie akzeptieren "ihren" Menschen als Freund, Beschützer und natürlich als Ernährer. Genauso aber kann es auch sein, das sie andere Menschen ähnlich lieben, die freundlich zu ihnen sind. Das ist kein Grund zur Eifersucht und auch kein Mangel des Hundes zur Bindungsfähigkeit an den Menschen. Es ist lediglich der ureigene Überlebenstrieb der Streuner, sich an Menschen zu binden, die freundlich zu ihnen sind.
 
Manche Streuner gehen niemals eine echte Bindung zum Menschen ein, versuchen ihre eigene Lebensart immer wieder durchzusetzen. Diese Hunde sind dann schon relativ schwierig zu halten und man kann ihnen so gut wie nie Freilauf gewähren. Bei den allermeisten kommt aber im Laufe der Zeit ein schönes, funktionierendes Hund/Mensch Verhältnis zustande, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert.
 
Nun werden wir oft nach den Charakterzügen einzelner Hunde bei uns gefragt und weshalb wir diese nicht auf der Page veröffentlichen. Dies ist sehr, sehr schwierig und wir möchten dazu ein paar Worte schreiben:

Selbstverständlich geben wir über jeden Hund Auskunft, für den sich jemand interessiert. Wenn Sie z. B. 6 Hunde im Auge haben, unterrichten wir Sie über alle 6. Wenn es uns möglich ist, bekommen Sie auch von allen aktuellere Bilder.
 
Wir wissen, es ist verdammt schwer, sich einfach von einem Bild her, sich in einen Hund zu verlieben und wir bewundern die Menschen, die das können. Für uns aber ist es schwer, für jeden Hund die Charaktereigenschaft mit zu veröffentlichen.
 
Wir bekommen oder finden einen Hund.
 
Dieser Hund wird fotographiert, beschrieben und kommt auf die Page. Wir kennen den Hund nicht! Wir wissen nur, ob er zutraulich ist oder nicht, ob er ein forscher Geselle oder eher ängstlich ist. Das sagt aber noch gar nichts aus, wie der Hund nun nach 3 oder 4 Wochen ist, wenn sein wahrer Charakter nach der Eingewöhnung zum Vorschein kommt. Daher halten wir es für besser, die Hunde erst bei Anfrage genauer zu charakterisieren, wobei auch dies kein Garant für absolute Richtigkeit sein kann.
 
Wir hatten sogar schon Hunde hier, bei denen wir erst nach fast einem Jahr bei uns beschlossen haben, sie in die Vermittlung zu geben. So lange hat es gedauert, deren Vertrauen zum Menschen wieder aufzubauen.

Wir versuchen dann, einem Interessenten so gut wie möglich den Hund zu beschreiben, alles, was wir von ihm wissen. Aktuell, so wie wir ihn gerade jetzt erleben.
 
Es gibt aber Fragen, die können definitiv nicht beantwortet werden, da wir dies hier nicht feststellen können.
 
Katzenverträglichkeit: Keine Ahnung, wie wir das hier feststellen können. Wir haben nur die Erfahrung mit den vielen vermittelten Hunden gemacht, das 95 % der Hunde sich sehr gut mit Katzen arrangieren.
 
Kinderfreundlichkeit: Können wir hier auch nur die Erfahrungen der Leute wiedergeben, die Hunde von uns haben. Es gab da bisher noch keine Probleme. Die Kinder unseres Projektleiters (9 und 12) verbringen jedes Jahr die Sommerferien bei ihm, etwa 5 Wochen. Bisher gab es keinen Hund, mit dem sie Probleme hatten.
 
Stubenreinheit: Sache des neuen Besitzers
 
Leinenführigkeit: siehe vor
 
Eines ist aber zu bedenken:
Ganz gleich wie wir den Hund beschrieben haben, wenn der Hund in sein neues Heim kommt, ändert sich seine gesamte Welt. So kann sich auch der Hund grundlegend ändern! Daher können wir nur die Charaktereigenschaften beschreiben, die er bei uns zeigt. Was aus dem Hund dann im Laufe der Zeit beim neuen Besitzer wird, liegt in dessen Hand.

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